Liebe Zionsgemeinde, liebe Leser,

steht er wohl schon auf ihrem Tisch, wenn sie diese Zeilen lesen? In diesen Tagen machen sich viele Menschen daran, einen Adventskranz zu binden und zu gestalten. Und das hat eine gute alte Tradition. Im Jahr 1839 fertigte der Vater der Diakonie, Johann Hinrich Wichern, in seinem „Rauhen Haus“ in Hamburg das erste Mal einen Adventskranz – auf einem alten großen Holzrad. Dieser sollte den Kindern, die er dort beherbergte, die Zeit des Wartens verkürzen und die Vorfreude schüren. Seither ist der Adventskranz guter Brauch in der christlichen Kirche.

Dabei hat der Adventskranz, wie wir ihn heute gestalten, eine starke Symbolkraft. Bei allem Binden und Schmücken dieser Tage lohnt es sich daher einmal wieder an den Sinn hinter unserem Adventskranz zu denken:

Am Anfang ist da ein Kranzrohling in unserer Hand. Oftmals ist dieser aus Stroh, etwas pieksig, manchmal noch goldgelb, oft aber auch schon ganz schön mausgrau. Dieser rohe Kranz ist ein gutes Bild für die Novembertage unseres Lebens. Tage, da das Leben piekst und zur Last wird. Tage, da das Leben eher mausgrau als goldgelb erscheint. Tage der Krankheit, der Angst und Verzagtheit, die gibt es nicht nur im November. Ja, dieser rohe Kranz, er erinnert mich an so manches Novembergrau unserer Welt.

Dieser Kranz bekommt nun ein Hoffnungskleid umgelegt. Zweig für Zweig binden wir das Tannengrün um den grauen Kranz. Grün, das ist die Farbe des Lebens und der Hoffnung. Wir hüllen mit dem Adventskranz unser Leben in Hoffnung ein. Hoffnung darauf, dass das Leben neu werden kann und das Pieksige und Graue einmal Vergangenheit sein wird. Ja, der Adventskranz bringt Hoffnungsgrün ins Novembergrau.

Und dann darf natürlich eines ganz und gar nicht fehlen: Vier dicke Kerzen gehören auf jeden ordentlichen Adventskranz. Woche für Woche darf dann eine Kerze nach der anderen entzündet werden. Und diese Lichter bringen das Hoffnungsgrün des Kranzes immer mehr zum Leuchten. Nach und nach wird es immer mehr Licht auf dem Adventskranz bis dann an Weihnachten das ganze Haus licht sein wird. Die Kerzen auf dem Adventskranz sind damit ein Vorschein des großen Weihnachtslichtes: Jesus Christus, Gottes Sohn, scheint als Licht der Welt.

In den kommenden Wochen gehen wir auf das Weihnachtsfest zu. Wir werden auch in unserer Zionsgemeinde Sonntag für Sonntag Kerzen auf dem Kranz entzünden. In den Adventsandachten werden wir zudem auf leuchtende Hoffnungsworte des Alten Testaments hören. Wie kleine Adventskerzen wollen auch sie uns auf Weihnachten hinleuchten und das Hoffnungsgrün bei uns zum Leuchten bringen. Herzliche Einladung dazu!

Es grüßt und wünscht eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit,

Ihr Pfarrvikar Daniel Schröder