Liebe Gemeinde,

die Jahreslosung für 2019 spricht vom Frieden. Dass die Auswahl auf diesen Halbvers des 34. Psalms fiel, ist sicher kein Zufall. So sehr war doch das vergangene Jahr von Unfrieden in der Welt geprägt. Da war Verrohung der Sprache, Abbruch von Friedensabkommen, Bilder voller Krieg und Gewalt. Ja, diese Welt braucht Frieden und Menschen, die sich dafür einsetzen.

Dazu kann auch das Titelbild dieses Gemeindebriefes beitragen. Es ist ein Acryl von Ulrike Wilke-Müller, Gemeindeglied der Immanuelsgemeinde in Groß Oesingen. Es zeigt in warmen Gelbtönen einen Kreis. Im unteren Bildteil liegen zwei Hände ruhig und friedvoll ineinander. Ja, so ist Frieden. Die hebräische Bibel nennt das Schalom. Friede ist, wenn das Leben rund wird, wenn Menschen sich die Hand reichen, wenn meine Hände selbst zur Ruhe und Balance kommen. Wo dieser Friede ist, da ist Freude, goldgelb wie die Sonne.

Doch Stop! Auf dem Bild ist das frohe Gelb unterbrochen. Da ist immer wieder Rot und Grün und Schwarz. Ja, auf unserem Erdkreis ist der Friede immer unterbrochener und flüchtiger Friede: Er ist blutrot erkämpft, hoffnungsgrün ersehnt und manchmal trauernd zu Grabe getragen. So ist es mit dem Frieden in unserer Welt. Wir haben ihn niemals in der Tasche. Wir müssen ihn immer wieder suchen und ihm nachjagen.

Und nun, drehen Sie das Titelbild einmal um 180°. Was sehen wir jetzt? Da sind Hände, die sich segnend über uns legen. Von beiden Seiten umgibt uns ein Bogen. Ich erkenne darin die Farben, die Gott dem Noah in die Wolken malte und die ihn erinnern sollten: „Ich verlasse diese Welt nicht!“ Aus diesen segnenden Händen des himmlischen Vaters kommt mir das Kreuz Christi entgegen. Wie ein Geschenk aus Gottes Hand, das mir vor Augen gestellt wird. In ihm sagt mir Gott: „Meinen Frieden gebe ich euch!“ (Joh. 14,27)

In diesem Drehen und Wenden des Friedens lasst uns ins Jahr 2019 gehen. Gott wird auch im kommenden Jahr sein Versprechen halten und seine segnenden Hände über uns halten.

Sein Friedensschluss steht in Jesus Christus felsenfest. In diesem Glauben können auch wir zu Friedensträgern für unsere Welt werden. Wo wir einander und uns selbst zum Frieden die Hand reichen, da kann dann über unserem Händewerk das Kreuz Christi in der Welt aufbrechen. Da wird etwas deutlich von Gottes großem Frieden mit dieser Welt. So wird das Leben rund. So wird Frieden. Dazu helfe uns Gott.

Ein friedvolles und gesegnetes Jahr 2019 wünscht Ihnen

Ihr / Dein Pfarrvikar Daniel Schröder